Ich bin vor nicht allzu langer Zeit von der Online-Zeitung meiner ehemaligen Hochschule interviewt worden. Das war ein sehr interessantes Gespräch: die Fragen der Redakteurin haben mich dazu gebracht haben, über das Studium und über dessen Bedeutung für meine persönliche Entwicklung zu reflektieren. Zur wichtigsten Erkenntnis gehört, dass das Studium sehr viel Wissen vermittelt, dieses Wissen aber erst durch die praktische Anwendung in Projekten tatsächlich für den einzelnen relevant wird. Daher auch der Titel des Interviews, den die Redakteurin treffsicher aus meinen Worten herausgefischt hat.

In dem Text rede ich auch noch über Verantwortung und den Willen, diese auch in Projekten zu übernehmen, und darüber, was uns vielleicht noch alles mit dem Internet erwartet. Die Gedanken dazu sind sicher noch nicht ganz vollständig, dass können sie aber eigentlich auch gar nicht sein, weil das ja alles in permanenter Entwicklung ist. Die Vollständigkeit von heute ist morgen nur noch der Ausgangszustand für weitere Entwicklungen.

Wenn ihr darüber diskutieren wollt, könnt ihr meine Gedanken gerne in den Kommentaren zu dem Artikel weiterspinnen. Den Artikel und die Kommentarfunktion dazu findet ihr hier drüben auf www.medien-mittweida.de.

Letztes Wochenende in Berlin: die ADC Young Masters “Digitale Medien”. Eine zweitätige Seminarreihe für Deutschlands Kreativnachwuchs – organisiert vom Dachverein der kreativen Werber. Die Themen: Medienneutrale Konzeption und alles zu Webdesign, Mobile bzw. Viral Marketing und Virtuellen Welten (hier drüben umschreibt das der ADC sein Programm noch einmal genauer).

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Meine erste Publikation ist veröffentlicht: Torsten Liebig: Social Software im Marketing. Studenten-Weblogs als Instrument des Hochschulmarketings heißt das im VWH Verlag erschienene Meisterwerk. Die Publikation ist ein wissenschaftliches Buch, welches den Einfluß des Internets auf die Marketingbranche beschreibt – mein Diplomthema, welches ich bereits bei diplom.de veröffentlicht habe und für die Publikation noch einmal etwas verfeinert habe.

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Virales Marketing bezeichnet die Methode, Produkte oder Dienstleistungen durch aufsehenerregende Maßnahmen so zu präsentieren, dass der beworbene Gegenstand oder die Werbung “Reden von sich macht”. Seit ungefähr Mitte der neunziger Jahre wird das in der Branche professionell eingesetzt: möglichst aufsehenerregende Werbung soll von Konsument zu Konsument verbreitet werden, ohne dass die Botschaft über Massenmedien kommuniziert werden muss.

Ich bin dem Konzept eher skeptisch gegenüber gestellt – es wird dabei in der Konzeption nämlich nicht primär darauf geachtet, den Mehrwert eines Produkts herauszustellen, sondern durch möglichst polarisierende Konzepte/Bilder/Videos Menschen dazu zu bringen, die Werbebotschaft an andere weiterzukommunizieren. Es werden dabei zumeist die eher niederen Instinkte angesprochen – je sensationslüsterner ein Viral Spot oder ein virales Konzept ist, desto besser. Virales Marketing ist sozusagen die “Klatschpresse” der Werbebranche. Super.

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Hersteller- bzw. Produktwebseiten sind einer der ersten Anlaufpunkte, wenn ein Kunde sich ein Bild von einem Produkt oder einem Unternehmen macht. Das liegt daran, dass man über Google so wunderbar einfach zu dem Produkt oder dem Unternehmen gelangt. Gut, wenn man da ist. Schlecht, wenn nach dem Aufruf der Seite die große Enttäuschung kommt. Die Frage ist also – wie sorge ich mit meiner Webseite dafür, dass der Besucher mein Unternehmen, meine Produkte oder mein Anliegen als sinnvoll erachtet?

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Einfache Frage: was verkauft ein Restaurantbetreiber? Ist es a) Essen oder ist es nicht doch eher b) Gastfreundschaft?

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Eigentlich wollte ich für euch kurz ein Liste meiner wichtigsten Hilfsprogramme erstellen, die mir helfen, effizienter am Computer zu arbeiten. Dabei haben mich aber meine Gedanken übermannt – anstatt nur eine Liste sinnvoller Hilfsprogramme zu erstellen, sind Überlegungen dazu herausgekommen, wie ich meine Arbeitweise am Rechner allgemein verbessern kann. Da euch das wahrscheinlich ebenso betrifft wie mich, möchte ich euch das nicht vorenthalten:
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Ich weiss nicht mehr, wie oder wo ich darüber gestolpert bin. “Integrierte Informationsarchitektur. Die erfolgreiche Konzeption professioneller Websites” heißt ein im Springer Verlag in der Reihe X.media.press erschienenes Buch von Henrik Arndt. Solche Titel machen mich eigentlich sehr skeptisch, weil sie zu erfolgsversprechend klingen. So ähnlich wie “nie wieder Auto putzen” für diverse Lackzusätze am Auto. Bei denen frage ich mich immer, warum die noch kein Autohersteller als Zusatzoption bei der Bestellung eines Neuwagens anbietet, wenn sie doch so super sind. Die könnten doch damit bestimmt Geld verdienen, wenn das funktionieren würde.

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In Zusammenhang mit dem Web 2.0 höre und lese ich immer wieder von einer zweiten Dotcom-Blase. Also dem neuerlichen Überwerten einer Marktentwicklung, bei der ein Übermaß an Enthusiasmus und Optimismus zu Geschäftsmodellen führt, denen eine realistische wirtschaftliche Basis fehlt (die meisten Geschäftsmodelle damals wie heute haben sicherlich eine wirtschaftliche Basis, das steht ausser Frage. Die Frage ist eher, ob der Businessplan eine realistische Basis hat – wenn Zahlen schön gerechnet und optimistisch geschätzt werden, hat der Geschäftsführer nämlich §252 Abs. 1 Satz 4 HGB, das Vorsichtsprinzip, noch nicht richtig verstanden und handelt damit in meinen Augen fahrlässig).

Also. Sind wir wieder an diesem Punkt? Sorgt der neuerliche Optimismus auf den Märkten für eine Überwertung der Marktentwicklung und damit zu einem Hype? Es steckt viel Aufbruchstimmung und Optimismus in der Newmediabranche, das ist unbestritten. Aber ich denke die Anleger sind heute realistischer als damals. Zumindest die, die sich damals die Finger verbrannt haben. Xing (vormals OpenBC) ist diese Woche an der Börse gestartet und gilt als einer der Web 2.0 – Vorzeigedienste. Gute Vorzeichen also für eine gehypten Börsenstart. Der Markt hat auf die Emission dennoch recht verhalten reagiert. Ein gutes Zeichen, weil das eher von Realismus und Pragmatismus auf Anlegerseite zeugt, statt von Optimismus, Enthusiasmus und Dotcom-Blase. Und mit Realismus und Pragmatismus lässt sich besser Geld verdienen als mit Optimismus. Wenn man es richtig anpackt, lohnt sich das Internet für Unternehmen definitiv.

web2.0 – das, worüber derzeit alle reden, probiere ich gerade am eigenen Leib aus. Das sogenannte “Mitmachweb”, also nicht nur lesen, sondern selber schreiben und online aktiv agieren.
Das fängt erst einmal ganz unbedarft an: ich entscheide mich bei meinem aktuellen Relaunch der Seite dazu, WordPress als Content Management System (CMS) einzusetzen. Das lag einfach nahe, weil ich das System durch einige Projekte bereits kennen und für seine Übersichtlichkeit lieben gelernt habe.

Content Management Systeme wirken sich direkt auf meine Arbeit aus. Sie bieten ein Interface, über das ich meine Seite direkt online bearbeiten kann. Damit bin ich nicht mehr auf HTML und FTP angewiesen, um neue Inhalte auf meine Seite zu stellen: das ganze mache ich jetzt im Browser. Das CMS kümmert sich um die Datenstrukturen, so dass ich mich besser auf die Inhalte konzentrieren kann. Für meine Arbeit bedeutet das, dass meine Klienten ihre Inhalte wesentlich einfacher veröffentlichen können, weil sie dazu nicht mehr auf meine Verfügbarkeit bei der Seitenaktualisierung angewiesen sind. (Für meine Klienten ist es viel sinnvoller, ihre Zeit in das Schreiben sinnvoller Texte zu investieren, als diesselbe Zeit zum Erlernen von HTML aufzuwenden. Für sie ist es viel wichtiger, mit ihren Kunden zu kommunizieren, anstatt sich um die präzise Ausgestaltung von Code Gedanken zu machen. Ich sorge als Webdesigner und -developer dann dafür, dass die Inhalte meiner Klienten bei deren Kunden a) gefunden, bemerkt und verstanden werden und b) technisch sauber ankommen.)

Schön ist es dann, wenn ich bei einem Besuch einer von mir realisierten Webseite erkennen kann, dass meine Klienten gut mit den CMS-Funktionen zurechtkommen und damit die Seite so pflegen, dass immer wieder neuer Mehrwert für ihre Kunden geschaffen wird. Dann habe ich als Webdesigner einen guten Job erledigt, indem ich einen für beide Seiten wertvollen Kommunikationskanal geschaffen habe (das mit dem Mehrwert für beide Kommunikationspartner habe ich auch schon in meiner Diplomarbeit näher beschrieben). Und üblicherweise bin ich dann bei solchen Erfolgserlebnissen immer erst einmal eine halbe Stunde vor lauter Stolz kaum ansprechbar =)